Innovation beginnt und endet am Markt

Ja, wir wissen es. Es ist ein alter Hut. Aber dennoch gilt es bis heute: Innovation beginnt und endet am Markt. Basta. Damit wäre ‚eigentlich‘ alles gesagt. Aber eben nur ‚eigentlich‘. Denn Marktorientierung bedeutet nicht, dem Kunden nach dem Mund reden, auch nicht, die Verleugnung von Technology push. Aber es heißt ganz klar: „Eine Innovation ist nur dann eine für ein Unternehmen sinnvolle Innovation, wenn sie sich am Markt etablieren kann.“ Sprich: Sie muss sich rechnen. Nur ’neu‘ oder ‚technologisch höchst anspruchsvoll‘ ist hübsch. Aber von hübsch alleine kann man nicht leben. Es reicht nicht.

Aus dieser Grundhaltung heraus erklärt sich für uns der Fokus der ersten Phase „Vom Markt zur Idee“. Es geht dabei darum herauszufinden, welche Ideen am Markt das Potenzial haben, künftig einen sinnvollen wirtschaftlichen Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten zu können. Dabei kann der Ursprung aus der Produkt-Technologie, der Prozess-Technologie, dem unerkannten Kundenbedürfnis, dem neu entstandenen Servicebedürfnis im Markt oder aus sonst einer Quelle stammen. Entscheidend für uns sind die Antworten auf Fragen wie:
– Welchen Mehrwert bietet die (neue) Leistung dem potenziellen Kunden? Was ist sie ihm wert? Wie groß ist der Markt? Kenne ich die potenziellen Kunden? Kann ich diese Kunden heute mit meinem Vertrieb bereits erreichen?
– Welche Herausforderungen stecken in der Lösung der technischen Fragen? Bin ich sicher, dass ich das Produkt (technisch) entwickeln kann? Kann ich das Produkt herstellen? Werde ich die Zielkosten erreichen können? Wie viel Neuland steckt für mich in der technischen Umsetzung?
– Welche Kernkompetenzen braucht die neue Leistung? Habe ich diese bereits? Wenn nein, will ich diese im Haus aufbauen? Oder lieber in einem Netzwerk agieren?
– Stimmt der Business Case, der auf dieser Basis erstellt wurde? Glaube ich an die Annahmen, die dahinter stehen wirklich?
Mit Blick auf das gesamte Innovationsportfolio kommen noch weitere Aspekte hinzu, wie zum Beispiel: Stimmt der Mix aus simpler Weiterentwicklung und grundsätzlich neuen Ideen? Stützen sich die Produkte gegenseitig im Markt? Habe ich damit vertriebliche Synergien oder eher Kanibalisierung?

Grafiken: Dr. Dill „Vom Markt zum Markt“


Christoph Dill

Christoph Dill

Seit 2003 bin ich in der Beratung tätig, seit 2006 als Partner und damit einer der 11 Eigentümer unserer Firma. Seit 2010 stehe ich für den Kompetenzbereich Innovation & Engineering unserer AG, was seit jeher mein Beratungsumfeld darstellt. Hier habe ich ein sehr breites methodisches Fundament, das ich mit meinem Doktorvater Prof Dr. Ing dieter Spath (ehemals Leiter des Fraunhofer IAO, Stuttgart) auch in Form des Buchs ‚Vom Markt zum Markt‘ veröffentlicht habe. Aufbauend auf diesem Fundament entwickle, gestalte und begleite Kunden im Umfeld von Innovation und Prozess- und Projektmanagement. So kann ich dort einen Beitrag leisten, dass Produkte, Prozessen und Businessmodelle erfolgreich und marktfähig entwickelt und realisiert werden. Meine Freizeit verbringe ich gerne mit meiner Familie, gehe Joggen, Mountainbiken und im Winter vor allem gerne Skifahren. Ski ist für mich mehr als ein Sport, sondern Teil meines Lebens.

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