Projektmanagement ist gut und wichtig. Das wissen wir alle. Egal, ob agil oder old-school. Projekte planen und steuern hat seine Berechtigung und trägt zum Erfolg des Projektes bei. Dazu werden Risiken frühzeitig betrachtet und bewertet. Das gibt auch dem Management Sicherheit. Denn Risikominimierung für das Unternehmen ist eine der 3 wichtigsten Aufgaben dem Manager nachgehen.

 

Jetzt kommen wir zum Innovationsprojekt. Wie soll ich ein Projekt steuern und lenken, von dem noch niemand weiß, was das Projektziel oder der Scope ist? Hier kann schnell das Gefühl entstehen, dass einem die zu steuernden Aufgaben irgendwie zwischen den PM-Fingern zerrinnen. Denn alles ist wenig greifbar, weil unkonkret. Oftmals ist es dann auch so, dass ein Innovationsprojekt dann zu Ende ist, wenn das Budget aufgebraucht ist. Denn die Kosten sind meist noch relativ einfach zu erfassen und damit zu messen. Daraus leitet sich dann ein gutes Endekriterium für das Projekt ab.

 

Gleichzeitig provoziert der Steve Jobs Satz: „Wie soll der Kunde wissen was er braucht, bevor er unser Produkt kennt“ eine Frage, die uns auch immer wieder umtreibt: „Wie kommen wir zu dem Punkt an dem wir wissen, dass der Kunde genau dieses Produkt brauchen wird?“ Schlecht schlafen und mit Geistesblitz aufwachen scheint keine zufriedenstellende Strategie. Also braucht es genau hier eine andere Art von Projektmanagement: Wir müssen den Punkt provozieren, ohne zu wissen wo er ist.

 

Also machen wir uns jetzt mal auf die Reise und suchen PM-Methoden die so etwas leisten können: Ein Team gezielt führen ohne dass einer allein das Ziel genau kennt:

 

Da sind zum Beispiel World Cafe und Open Space. Beides Formate, die sich eignen um mit Menschen neues zu entdecken. Ursprünglich waren diese Methoden entwickelt worden, um Menschen durch Prozesse der Veränderung zu begleiten. Das Ziel dabei und auch in den frühen Phasen des Innovationsprozesses ist es, eine gemeinsame Vision zu entwickeln. Für jeden Einzelnen ist die gemeinsame Vision unvorstellbar. Doch die Gruppe macht es möglich zuvor unbekannte Ziele zu definieren. Weiter ist durch die Methode eine breite Basis der Akzeptanz gesichert.

 

Übertragen auf die Innovationsarbeit bedeutet das, ich gehe hinaus auf die Menschen zu, statt, wie bisher, in meinem stillen Kämmerlein allein (oder maximal mit Gleichgesinnten und damit Ähnlichdenkenden) über Ideen zu brüten. Ich gehe sogar so weit hinaus, dass ich mir Kollegen aus den unterschiedlichsten Unternehmensbereichen dazu hole oder ganz gewagt sogar externe Kunden. Ich beschaffe mir also Meinungen, Standpunkte und Perspektiven, die im Optimalfall völlig anders sind als meine eigenen. Diese Meinungen sind ohnehin vorhanden. Von daher lieber frühzeitig und in einer konstruktiven Umgebung damit auseinander setzen, als später dann als Widerstand, wenn ich meine Innovation in den Markt bringen möchte.

 

Kombiniere ich jetzt noch eine beteiligungsorientierte Methode z.B. mit einem Stage Gate Prozess komme ich näher in den Bereich, dass die Dinge messbar werden, die sonst so schwammig sind. Die in den Gates zu überprüfenden Messgrößen und ihre Ausprägungen sind repräsentativ und allgemein anerkannt. Denn sie sind ebenfalls von diesem Team der Andersdenker (Vertreter aus anderen Unternehmensbereichen, Kunden und externe Kooperationspartner) gemeinsam entwickelt und verabschiedet. So ist Neutralität und Objektivität in der Bewertung gesichert und im Gate hole ich mir strukturiert eine Art 360° Feedback zum aktuellen Stand ein. Die Bewertungen und Einschätzungen, zu denen ich auf diese Weise gelange stehen auf einem belastbaren Fundament und sind für alle nachvollziehbar und messbar.

 

Damit habe ich das Ziel von Messbarkeit und Vergleichbarkeit erreicht, indem ich einen akzeptieren Maßstab entwickelt habe mit dem ich die neuen Innovationen, die durch viele Perspektiven angereichert sind, steuern und planen kann.

 

Weitergehende Informationen findet man hier:

http://openspaceworld.org/wp2/

http://www.theworldcafe.com/

 

Konkrete Anwendungsbeispiele und Erfahrungsberichte finden sich ebenfalls im Projektmagazin.

https://www.projektmagazin.de/


Tomas Schiffbauer

Tomas Schiffbauer

Experte für digitale Innovationen.

Ich arbeite seit fast 20 Jahren als Berater. Aus der IT kommend, über die Projektleitung bis hin zum Coach für Führungskräfte. Durch meine weltweiten Projekte durfte ich viele verschiedene kulturelle Ansätze und Menschen kennenlernen, was für mich eine Bereicherung darstellt. Seit 2012 bin ich im Team von Liebich & Partner.


Meine Beratungsschwerpunkte:

  • Innovationslotse: Leitung und Begleitung für Innovation und Projekten; agil vom Markt zum Markt
  • Konzipieren und Begleiten von Teamentwicklungsprozessen hin zu agilen Organisation
  • Etablierung und Weiterentwicklung des Projektmanagements (klassisch, agil, hybrid)
  • Übersetzer: Von Mensch zu Mensch, vom Mensch zur Technik und zwischen Systemen
  • Coaching für Führungs- und Führungsnachwuchskräfte
  • Gestalten, leiten und begleiten von Veränderungsprozesseny
  • Wechseln von Perspektiven und übersetzen von Anforderungen zur IT-Strategie und Systemauswahl
  • Analysieren, optimieren, innovieren und implementieren von Systemen und Prozessen.

  • Persönlich geprägt hat mich neben meinen vielen Projekten in der ganzen Welt sicherlich meine Zeit als Judo-Trainer und aktiver Judoka. Ich bin davon überzeugt, dass wir gemeinsam Dinge verändern können. Im Kleinen, wie im ganz großen. Letztlich zum Wohle aller.


    Lassen Sie uns ins Gespräch kommen, wie ich ihr Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung einer Digitalisierungsstrategie unterstützen kann.


    Ihr Tomas Schiffbauer
    Liebich & Partner Management- & Personalberatung AG
    Telefon +49-7221-90780

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