Für agile Organisation gibt es nur einen Grund: Der Kunde im Hier und Jetzt.   

SCRUM, agile Organisation, schnelle Innovationsprozesse und ständiger Wandel. Für all das gibt es nur einen Grund: Eine neue Geisteshaltung die sich breit macht (oder wahrscheinlich bereits seit einigen Jahren breit gemacht hat). Es ist also nichts als eine Reaktion auf veränderte Umweltbedingungen für Unternehmen.

Als Kunden denken wir und handeln anders. Die Einen nennen es Gegenwartsorientierung, Andere Wandel im Konsumverhalten, Dritte sprechen von den Kindern der digitalen Revolution, der Genration Y oder der Multioptionsgesellschaft. Nenn es wie du willst.Im Kern müssen wir erkennen, dass Kunden anders Entscheiden: Aus dem Hier und Jetzt. Aus einer neuen Selbstsicherheit. Aus einer neuen, anderen Art der kollektiven Verbundenheit und manchmal aus Gründen, die uns widersprüchlich, irritierend oder unlogisch erscheinen. Aber sie entscheiden. Und wenn wir diese Konfrontation nicht aufnehmen, werden wir verschwinden.

Im Kern müssen wir einfach akzeptieren lernen, dass (frei nach Karl Valentin) ‚die Zukunft auch nicht mehr das ist, was sie einmal war‘ und es  dennoch gilt, dass Unternehmen ohne Kunden keine Zukunft haben.

Das ist aus meiner Sicht der einzige Grund für alle Arten von agilen Methoden, Ansätzen und Methoden. Agil bedeutet schnell. Agil erlaubt Fehler und Irrtum. Agil korrigiert. Agil bedeutet das Ende langer Grundsatzdiskussionen. Machen steht im Fokus. Erleben statt erdenken. Einfach gesagt das Leben und Arbeiten im Hier und Jetzt, statt dem ausführliche Ausmalen einens (vielleicht) kommenden Businesses.

Innovationsprozesse und Business Development zu beschleunigen ist keine Neuheit. Es ist für niemanden mehr eine Neuheit, dass alle Schritte auf dem Weg von der Idee zum Markt auf dem sogenannten kritischen Pfad sind. Auch dass wir lernen müssen Fehler in unseren Organisation zu erlauben. Ebenso wie wir schon länger erkannt haben, dass wir eine lernende Organisation brauchen.

Wenn wir also unsere Organisation weder versteinern und aussterben lassen wollen, noch im Chaos versinken lassen wollen, brauchen wir einen Geisteswandel (diesen Zusammnang zeigt der Beitrag von Tomas Schiffbauer sehr anschaulich): Es geht um Eigenverantwortung. Es geht um Mitgestaltung. Es geht um Feedbackprozesse in kleinen Teams, die selbst entscheiden und daraus lernen. Damit geht es auch um eine neue Art der Führung. Auch mit dem Vorurteil, dass das nur in kleinen ‚Softwarebuden‘ geht möchte ich aufräumen. Es geht um die Haltung der Führungskräfte, es geht um die Ausrichtung des Denkens. Das ist größen- und branchenunabhägig. Ein spannendes Beispiel dazu ist Zalando. Ein spannender Artikel dazu aus brand eins lohnt sich.

Entscheidend ist aus meiner Persketive, dass wir uns mit dieser Philosphie beschäftigen und im Top Management die entsprechenden Grundpfeiler in Kultur- und Mission verankern. Ohne diese Veränderungen wird es nichts mit agil. Agil ist eben mehr als eine Methode. Dann können wir beginnen individuelle Lösungen gemeinsam mit unseren Mitarbeitern zu entwickeln. Alle anderen Wege werden nicht erfolgreich. Da bin ich sicher.

Ich freue mich auf die Diskussion.


Christoph Dill

Christoph Dill

Seit 2003 bin ich in der Beratung tätig, seit 2006 als Partner und damit einer der 11 Eigentümer unserer Firma. Seit 2010 stehe ich für den Kompetenzbereich Innovation & Engineering unserer AG, was seit jeher mein Beratungsumfeld darstellt. Hier habe ich ein sehr breites methodisches Fundament, das ich mit meinem Doktorvater Prof Dr. Ing dieter Spath (ehemals Leiter des Fraunhofer IAO, Stuttgart) auch in Form des Buchs ‚Vom Markt zum Markt‘ veröffentlicht habe. Aufbauend auf diesem Fundament entwickle, gestalte und begleite Kunden im Umfeld von Innovation und Prozess- und Projektmanagement. So kann ich dort einen Beitrag leisten, dass Produkte, Prozessen und Businessmodelle erfolgreich und marktfähig entwickelt und realisiert werden. Meine Freizeit verbringe ich gerne mit meiner Familie, gehe Joggen, Mountainbiken und im Winter vor allem gerne Skifahren. Ski ist für mich mehr als ein Sport, sondern Teil meines Lebens.

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