Dreimol Kölle Alaaf! – Kölner Karneval und Innovation

Das Motto des Kölner Karneval für die zu Ende gehende Session ist „Mer stelle alles op der Kopp“. Auf Hochdeutsch: „Wir stellen alles auf den Kopf“. In Zeiten, in denen Digitalisierung und Disruption fast täglich in den Medien auftauchen ist das sicherlich ein bezeichnender Titel für die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung.

Digitale Unternehmen und Start Ups stellen bekannte und seit ewigen Zeiten erfolgreiche Geschäftsmodelle komplett auf den Kopf. Ideen die heute erfolgreich sind, wären vor einigen Jahren noch nicht mal aus dem Brainstorming herausgekommen, weil sie zu radikal, revolutionär und unvorstellbar waren. Heute müssen Großkonzerne sich selbst und Ihre Daseinsberechtigung komplett überdenken und sich neu erfinden. Beispielsweise die Energieversorger in Deutschland.

Es ändert sich die gesamtgesellschaftliche Einstellung zu vielen Themen. Menschen werden gläserner, teilweise gewollt, teilweise ungewollt. Zum Teil mit vorhersehbaren Konsequenzen zum Teil mit unbekannten Ergebnissen. Mehr Öffentlichkeit in vielen Bereichen vom Urban Gardening über mehr Transparenz was in Politik, Unternehmen und anderen Ländern geschieht. Bis hin zu Erkenntnissen, wie: „Es ist nicht Dein Land. Es ist nicht mein Land. Es ist unser Planet!“. Viele, die es sich leisten wollen, wollen nicht mehr den günstigsten Kaffee, sondern den, der am nachhaltigsten angebaut wird. Im Vergleich zur „Geiz ist geil“ Einstellung der 2000er Jahre ist das sicherlich auch ein auf den kopfstellen bisheriger Konsumgewohnheiten.

Teilen statt besitzen. – Die Sharing Economy hält in nahezu allen Bereichen rasanten Einzug. Früher hat man als Jugendlicher davon geträumt mit 20 ein tolles Auto zu haben. Heute machen gerade mal etwas mehr als 20% den Führerschein mit 17. Damit rückt auch das Interesse an einem eigenen Auto stark in den Hintergrund. Also muss sich über kurz oder lang auch die Automobilindustrie neu erfinden. Ein Umstieg auf Elektromobilität kann hier ggf. der Innovationssprung sein, der zu kurz gedacht ist, um über den sich auftuenden Abgrund hinweg zu kommen.

Das Kölner Motto beschreibt somit, aus meiner Sicht, den Zeitgeist sehr treffend. Das auf den Kopf stellen, damit das Infrage stellen von alt hergebrachten und das daraus ableiten von Neuem, sprich Innovation, findet überall und bei jedem von uns statt. Im Kleinen und im Großen, so, wie es gerade notwendig ist. Tradition gehört aber genauso zu unserem Leben mit allen Vorzügen und Einschränkungen. Das gilt für den Karneval genauso, wie für Innovation.

Die Kombination aus Innovation und Tradition kann dann zum Beispiel so aussehen, wie die „neueste“ Strömung im Projektmanagement. Hier greift der Begriff „hybrid“ vermehrt um sich. Gemeint ist damit die Vermischung von klassischen PM Komponenten mit denen aus dem agilen PM. Dann gibt es oft doch noch den Projektleiter der alten Schule, der dem Team sagt, was zu tun ist und es auch mit den traditionellen PM Mitteln steuert. Das Projektteam organisiert sich in sich allerdings selbst, agil und mit innovativen Methoden. Ist das der Versuch Klassik und Moderne sinnvoll zu vereinen? Oder trauen wir uns doch nicht in letzter Konsequenz mit der Tradition zu brechen und alte Zöpfe abzuschneiden?

Um im Bild zu bleiben, am Aschermittwoch ist alles vorbei, auch das auf den Kopf stellen. So will es die Tradition. Die Tradition sorgt aber auch für die Innovation. Das Motto für die kommende Session steht bereits fest: „Wenn mer uns Pänz sinn, sin mer vun de Söck.“ Der Blick geht also weiter nach vorne. Gut so!!! Die nächste Innovationswelle kommt getragen durch die Tradition. Ob es so gut ist? Wer weiß das schon? Wir kennen es nicht anders. Ein Voting der Jecken über das kommende Motto, mit vorherigem öffentlichen Ideenwettbewerb wäre ein Ansatz, der in die Zeit passt und für Innovation in der Tradition stehen kann. Bei der Aktion „Loss mer singe“ bei der von den Kneipenbesuchern die Hitliste der neuen Karnevalslieder der Session gewählt wird, ist das Konzept des Votings seit einigen Jahren bereits etabliert und von Musikern und Jecken angenommen.

Fazit:
Innovation erfordert insbesondere Mut, schon immer! Innovation geht im Einklang mit Tradition! Der Traditon tut Innovation gut!

Grafik: Pliester


Tomas Schiffbauer

Tomas Schiffbauer

Experte für digitale Innovationen.

Ich arbeite seit fast 20 Jahren als Berater. Aus der IT kommend, über die Projektleitung bis hin zum Coach für Führungskräfte. Durch meine weltweiten Projekte durfte ich viele verschiedene kulturelle Ansätze und Menschen kennenlernen, was für mich eine Bereicherung darstellt. Seit 2012 bin ich im Team von Liebich & Partner.


Meine Beratungsschwerpunkte:

  • Innovationslotse: Leitung und Begleitung für Innovation und Projekten; agil vom Markt zum Markt
  • Konzipieren und Begleiten von Teamentwicklungsprozessen hin zu agilen Organisation
  • Etablierung und Weiterentwicklung des Projektmanagements (klassisch, agil, hybrid)
  • Übersetzer: Von Mensch zu Mensch, vom Mensch zur Technik und zwischen Systemen
  • Coaching für Führungs- und Führungsnachwuchskräfte
  • Gestalten, leiten und begleiten von Veränderungsprozesseny
  • Wechseln von Perspektiven und übersetzen von Anforderungen zur IT-Strategie und Systemauswahl
  • Analysieren, optimieren, innovieren und implementieren von Systemen und Prozessen.

  • Persönlich geprägt hat mich neben meinen vielen Projekten in der ganzen Welt sicherlich meine Zeit als Judo-Trainer und aktiver Judoka. Ich bin davon überzeugt, dass wir gemeinsam Dinge verändern können. Im Kleinen, wie im ganz großen. Letztlich zum Wohle aller.


    Lassen Sie uns ins Gespräch kommen, wie ich ihr Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung einer Digitalisierungsstrategie unterstützen kann.


    Ihr Tomas Schiffbauer
    Liebich & Partner Management- & Personalberatung AG
    Telefon +49-7221-90780

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