Ein Plan, ein guter Plan… Grenzen des Perfektionismus!

Da hat einer oder eine Grup­pe von Men­schen eine Idee. Erst fin­det man, die hat was. Dann geht sie einem nicht mehr aus dem Kopf. Schlie­ß­lich kommt die alles ent­schei­den­de Frage „Und wie soll das funk­tio­nie­ren?“ Das Be­ein­dru­cken­de an man­chen Start-ups oder bei­spiels­wei­se der Ur­ban-Gar­de­ning-Be­we­gung, in der Städ­ter öf­fent­li­chen Raum mit Grün­zeug be­set­zen, die Be­trof­fe­nen haben sich von die­ser Kil­ler­phra­se nicht aus dem Kon­zept brin­gen las­sen. Ihre Ant­wort: „Keine Ah­nung, müss­ten wir aus­pro­bie­ren.“ Spricht dar­aus Un­über­legt­heit, Blau­äu­gig­keit oder viel­mehr ein ge­sun­der Sinn für die Rea­li­tät?

Fakt ist, dass wir es ge­wohnt sind, Ideen von vorne bis hin­ten zu durch­den­ken und ihre Um­set­zung unter Be­rück­sich­ti­gung aller po­ten­ti­el­len Wenns und Abers durch­zu­pla­nen. Wir wol­len Un­si­cher­hei­ten ver­mei­den und stre­ben nach der per­fek­ten Lö­sung. Das klappt nicht immer und vor allem bei in­no­va­ti­ven oder grö­ße­ren Pro­jek­ten immer sel­te­ner. Meist nicht aus man­geln­der Kom­pe­tenz, son­dern auf­grund der zu­neh­mend kom­ple­xen, sich schnell ver­än­dern­den Um­stän­de.

Kann man also von Start-ups und ge­sell­schaft­li­chen In­itia­ti­ven ler­nen? Viel­leicht, dass es kein Feh­ler ist, sich ein­zu­ge­ste­hen, dass man manch­mal weder die per­fek­te Lö­sung noch den per­fek­ten Weg dahin kennt. Und dass dies noch lange kein Grund ist, eine gute Idee zu ver­wer­fen.

Wenn sie das Große und Ganze nicht über­se­hen, ma­chen die mo­der­nen Grün­der eben im Klei­nen los. Sie sam­meln Er­fah­run­gen, schau­en Schritt für Schritt, was funk­tio­niert und was nicht, und wah­ren so die Op­ti­on, je­der­zeit um­zu­keh­ren. Das ver­spricht zwar nicht auf einen Schlag um­wer­fen­den Er­folg, ver­hin­dert aber auch gra­vie­ren­de Miss­er­fol­ge. Zudem wird es der Dy­na­mik der Rah­men­be­din­gun­gen ge­recht. Was heute rich­tig ist, kann in einer Woche schon falsch sein. Bes­ser man wägt immer erst in der ent­ste­hen­den Si­tua­ti­on ab, was als Nächs­tes zu ma­chen ist. Der per­fek­te Weg er­gibt sich un­ter­wegs.

Ob über­haupt und in wel­cher Form ihre Ideen tau­gen, stel­len die Grün­der dar­über hin­aus in Com­mu­ni­tys früh zur De­bat­te. Da­hin­ter steht die Über­zeu­gung, dass die per­fek­te Lö­sung nicht vom Un­ter­neh­men vor­ge­ge­ben, son­dern nur im Mit­ein­an­der mit den An­wen­dern ge­fun­den wer­den kann. Das Schlag­wort: De­mo­kra­ti­sie­rung der Pro­dukt­ent­wick­lung. Das kann kom­pli­ziert und ner­vig sein. Aber bes­ser, die An­wen­der kri­ti­sie­ren vorab, als erst im Nach­hin­ein, wenn sich zu Las­ten des Markt­er­fol­ges nichts mehr än­dern lässt.

Sind diese neuen Denk- und Hand­lungs­mus­ter auf eta­blier­te Un­ter­neh­men über­trag­bar? Wie soll das funk­tio­nie­ren? Man müss­te es im Klei­nen aus­pro­bie­ren, zum Bei­spiel im Rah­men in­no­va­ti­ver oder krea­ti­ver Pro­jek­te. Dass es gehen kann, hat der Fi­at-Kon­zern be­reits 2006 vor­ge­macht, mit dem Crowd­sour­cing zu Aus­stat­tung und De­sign des neuen Fiat 500.

Grafik: Dannert-Weing


Tomas Schiffbauer

Tomas Schiffbauer

Experte für digitale Innovationen.

Ich arbeite seit fast 20 Jahren als Berater. Aus der IT kommend, über die Projektleitung bis hin zum Coach für Führungskräfte. Durch meine weltweiten Projekte durfte ich viele verschiedene kulturelle Ansätze und Menschen kennenlernen, was für mich eine Bereicherung darstellt.
Seit 2012 bin ich im Team von Liebich & Partner.

Meine Beratungsschwerpunkte:

  • Innovationslotse: Leitung und Begleitung für Innovation und Projekten; agil vom Markt zum Markt
  • Konzipieren und Begleiten von Teamentwicklungsprozessen hin zu agilen Organisation
  • Etablierung und Weiterentwicklung des Projektmanagements (klassisch, agil, hybrid)
  • Übersetzer: Von Mensch zu Mensch, vom Mensch zur Technik und zwischen Systemen
  • Coaching für Führungs- und Führungsnachwuchskräfte
  • Gestalten, leiten und begleiten von Veränderungsprozesseny
  • Wechseln von Perspektiven und übersetzen von Anforderungen zur IT-Strategie und Systemauswahl
  • Analysieren, optimieren, innovieren und implementieren von Systemen und Prozessen.
  • Persönlich geprägt hat mich neben meinen vielen Projekten in der ganzen Welt sicherlich meine Zeit als Judo-Trainer und aktiver Judoka.
    Ich bin davon überzeugt, dass wir gemeinsam Dinge verändern können. Im Kleinen, wie im ganz großen. Letztlich zum Wohle aller.

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    Ihr Tomas Schiffbauer
    Liebich & Partner Management- & Personalberatung AG
    Telefon +49-7221-90780

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