Siri: „Programmiere mir eine App“

Die Digitalisierung hält mehr und mehr Bereiche unseres privaten und beruflichen Lebens Einzug. Durch den gewohnten Umgang mit Apps wird immer mehr Mitarbeitern in Unternehmen bewusst, wie einfach hilfreiche Lösungen funktionieren können. Gleichzeitig sind IT Experten und Programmierer selten und werden gesucht, wie nie.

Als Konsequenz daraus ergibt sich, dass immer mehr Menschen ohne fundierte IT- oder Programmierkenntnisse in die Situation kommen, dass sie selbst eine Idee für eine kleine IT-Lösung haben. Zeitgleich fehlen dem Unternehmen die Ressourcen für die Programmierung. Mitarbeiter werde die Dinge vorantreiben, damit sie selbst auf die immer schnelleren Veränderungen in ihrem Arbeitsumfeld reagieren können. Diese Tatsache wird durch „Report zur Nutzung eigener Apps 2017“ unterstrichen.

Lösungen, wie z.B. Apples WebDirect, sind ein Trend, der sich bereits seit vielen Jahren immer wieder zeigt. Programmierung so einfach zu machen, dass jeder Mensch durch zusammenklicken Lösungen für seinen Alltag und Arbeitsumfeld erstellen kann. Das führt zum einen zu deutlich mehr Produktivität und gleichzeitig mehr Mitarbeiterzufriedenheit (+48%) bei Mitarbeitern, die ihre eigenen Apps erstellen können.

Siri, Alexa und Co. sind bereits heute so gut, dass sie per menschlicher Stimme gesteuert werden können. Sie erledigen für uns Suchanfragen, Recherchen und täglich werden es mehr Möglichkeiten, die uns diese Technologien eröffnen. Der Zugang zu Alexas Sourcecode ist gerade offengelegt. Damit werden in nächster Zeit rasant mehr Anwendungsmöglichkeiten umgesetzt und angeboten werden.

Die Mehrheit der Innovationen ist eine Re-Kombination von bereits vorhandenen Lösungen.

Übertragen auf die beiden oben dargestellten Aspekte ergibt sich daraus, dass wir in absehbarerer Zeit intelligente und sprachgesteuerte Programmierassistenten haben. Sie werden es uns ermöglichen per Stimmsteuerung à la Siri Programme und Apps zu programmieren. Zunächst gesteuert durch einfache und zugleich sehr spezifische Anweisungen. Später werden die Sprachaufforderungen mehr und mehr allgemeiner gehalten werden können, weil sich die Künstliche Intelligenz (KI) ebenfalls immer schneller weiterentwickelt und so die Programmierung von einfacheren Apps der Allgemeinheit ermöglicht.

Im fortgeschrittenen Stadium kann eine sprachgesteuerte Programmierung dann so aussehen: „Programmier-Assistent: bitte erstelle mir eine App in der ich aus einer Liste unserer Kunden einen unserer Kunden auswählen kann. Aus einer weiteren Liste kann ich einen oder mehrere Artikel aus unserem Warensortiment auswählen. Für den ausgewählten Kunden erstelle mir pro Artikel eine Umsatzstatistik über die letzten 5 Jahre und eine Prognose für die nächsten 3 Jahre.

Das Beispiel mag für den ein oder anderen, der in größeren Organisationen arbeitet, die in der Regel eine eigene IT Abteilung haben banal erscheinen.

Für die meisten Unternehmen werden solche Auswertungen aus dem Bereich Big Data allerdings Herausforderungen sein. Es werden genau die Herausforderungen sein, die darüber entscheiden, ob ein Unternehmen in Zukunft noch am Markt bestehen kann oder von anderen überholt wurde, die diese Themen im Griff haben.

Wenn ich das Beispiel von oben noch weiter ausbaue, werden auch die meisten großen Unternehmen, Stand heute, noch keine Ansätze haben und somit auch vor Herausforderungen stehen.

Der Assistent wird fragen, ob er für die Prognose bestimmte im Internet, z.B. beim Statistischen Bundesamt, verfügbare Daten berücksichtigen soll. Diese Quellen findet und verbindet er automatisch mit der Auswertung. – Viele dieser Quellen kennen wenige Menschen und falls doch ist der Zeitaufwand, die relevanten Daten zu selektieren und aktuell zu halten, so groß, dass die Berücksichtigung der Daten keine Option mehr ist.

Das hier beschriebene Beispiel steht exemplarisch dafür, wie die fortschreitenden und immer schneller werdende Digitalisierung dazu beiträgt, die neuen Herausforderungen, die sich aus ihr selbst ergeben, leichter und schneller lösen zu können. – die Digitalisierung schafft also gleichzeitig neue Herausforderungen und hilft dabei diese zu lösen.

Meine Einschätzung ist, dass wir in 3 Jahren, spätestens in 5 Jahren, Systeme haben werden, die massentauglich sind und so die Arbeit vieler Menschen im Umgang mit Datenauswertungen und Analysen erleichtern und verbessern werden.

Grafik: Pliester


Tomas Schiffbauer

Tomas Schiffbauer

Experte für digitale Innovationen.

Ich arbeite seit fast 20 Jahren als Berater. Aus der IT kommend, über die Projektleitung bis hin zum Coach für Führungskräfte. Durch meine weltweiten Projekte durfte ich viele verschiedene kulturelle Ansätze und Menschen kennenlernen, was für mich eine Bereicherung darstellt. Seit 2012 bin ich im Team von Liebich & Partner.


Meine Beratungsschwerpunkte:

  • Innovationslotse: Leitung und Begleitung für Innovation und Projekten; agil vom Markt zum Markt
  • Konzipieren und Begleiten von Teamentwicklungsprozessen hin zu agilen Organisation
  • Etablierung und Weiterentwicklung des Projektmanagements (klassisch, agil, hybrid)
  • Übersetzer: Von Mensch zu Mensch, vom Mensch zur Technik und zwischen Systemen
  • Coaching für Führungs- und Führungsnachwuchskräfte
  • Gestalten, leiten und begleiten von Veränderungsprozesseny
  • Wechseln von Perspektiven und übersetzen von Anforderungen zur IT-Strategie und Systemauswahl
  • Analysieren, optimieren, innovieren und implementieren von Systemen und Prozessen.

  • Persönlich geprägt hat mich neben meinen vielen Projekten in der ganzen Welt sicherlich meine Zeit als Judo-Trainer und aktiver Judoka. Ich bin davon überzeugt, dass wir gemeinsam Dinge verändern können. Im Kleinen, wie im ganz großen. Letztlich zum Wohle aller.


    Lassen Sie uns ins Gespräch kommen, wie ich ihr Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung einer Digitalisierungsstrategie unterstützen kann.


    Ihr Tomas Schiffbauer
    Liebich & Partner Management- & Personalberatung AG
    Telefon +49-7221-90780

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