Ergebnisse unserer Studie „Agilität und Digitalisierung“

Agilität und Digitalisierung – kaum einer kann diese Themen umgehen. Wir haben dieses spannende Themenfeld zum Anlass genommen, unsere Kunden zu befragen und aus den Ergebnissen zu lernen.

Erhebung der Daten

Insgesamt haben bei der Umfrage 39 Firmen unterschiedlicher Größe teilgenommen. 80% der Unternehmen weisen eine Mitarbeiteranzahl von kleiner 1.000 aus, wobei hier wiederum knapp ¼ unter 50 Mitarbeitern liegt. 20% der befragten Unternehmen sind größer 1.000 Mitarbeiter.

Die befragten Unternehmen kommen aus den unterschiedlichsten Branchen (Maschinenbau, Chemie etc.) wobei auffällig ist, dass 38% Prozent ihre Zugehörigkeit nicht angegeben haben.

Die Teilnehmer kommen aus dem höheren Management mit Entscheidungsbefugnis bzw. sind Teil der Geschäftsführung / Vorstand.

Erkenntnisse aus der Studie

Die Erwartungshaltung an agile Organisationsformen ist homogen verteilt. Effizientes Arbeiten, effektives Arbeiten sowie eigenständiges Arbeiten stehen hier im Fokus. Den erhofften Nutzen, welche durch agile Unternehmensformen erwartet wird, ist groß. Am stärksten ausgeprägt sind

  • schnelle erste Ergebnisse
  • dynamisches Einbinden von Zieländerungen
  • verbesserte Kommunikation
  • erhöhtes Engagement der Mitarbeiter
  • mehr Eigenverantwortung im Team, sowie veränderte Führungskultur
  • Aktives Einbinden und Mitgestalten von und durch Kunden

Weitere Punkte mit schwächerer Ausprägung sind:

  • problemorientierte Umsetzung
  • Optimierung der Lernkultur
  • Weniger Führungsaufgaben im Vergleich zu herkömmlichen Organisationsformen
  • Aktives Einbinden und Mitgestalten von und durch Lieferanten (intern / extern)
  • Aktives Einbinden und Mitgestalten von und durch Partner

Die befragten Unternehmen geben an, dass in Ihrer Organisation, bis auf sehr wenige Ausnahmen, bereits agile Teams arbeiten (94%). Weitere Maßnahmen bzw. Methoden im Bereich Agilität sind:

  • Daily Scrum Meetings
  • Kollektive Aufwandsschätzung / Aufwandspoker
  • Sprints
  • Product Backlog
  • Burndown Charts
  • Pairprogramming / Pairdeveloping
  • Beteiligungsorientierte Moderationsmethoden (World Café, Open Space,…)

Vernachlässigbar für die Unternehmen ist die Methode Dragon Dreaming.

Das Thema Schwierigkeiten wird folgendermaßen von den befragten Organisationen gesehen. Das größte Hindernis ist mit 60% laut den Unternehmungen das Management. Danach folgt Widerstand aus der eigenen Belegschaft, sowie die Integration der Kunden. Weniger kritisch werden die Integration der Lieferanten und das Finden von neuen externen Partnern als zukünftiger Erfolgsfaktor gesehen.

Um diese Schwierigkeiten und Herausforderungen zu lösen ist eine Integration geeigneter Teammitglieder in Kombination mit der Einbindung von Bedenkenträgern ein probates Mittel der befragten Firmen. Teamschulungen, sowie Führungskräfteschulungen sind laut Umfrage ebenso ein wichtiges Mittel, um mit Herausforderungen erfolgreich umzugehen.

Nur ein Unternehmen sieht agile Methoden in den nächsten drei Jahren als nicht erfolgsrelevant. Bei den restlichen 38 befragten Unternehmen ist die Relevanz mittel (44%), hoch (28%) bis sehr hoch (24%). Eine Ähnliche Verteilung ergibt sich für den Zeitraum der nächsten 5 Jahre.

Das Thema Digitalisierung wird sehr unterschiedlich definiert. Die Unternehmungen (mehr als 45%) verstehen unter anderem folgendes:

  • Softwareeinsatz
  • Kollaborative Aufgabenverwaltung z.B. Trello, Outlook
  • Dokumenten Management Systeme
  • Kollaborative Dokumentenbearbeitung z.B. Google Docs
  • Firmeninternes WiKi
  • Mails statt Briefe

30% und weniger verstehen folgende Dinge unter Digitalisierung:

  • Intranet
  • Firmeninterne Chatprogramme
  • Ticketingsystem
  • Kollaborative Terminfindung Doodle

Bei der Nutzung von Apps, Diensten oder Lösungen kommt überwiegend das Diensthandy zum Einsatz. Nur in einem Fall wird das private Handy dazu genutzt.

Die Erwartungen der befragten Firmen an die Digitalisierung liest sich wie folgt. 61% erwarten effizienteres Arbeiten, fast gleich viele effektives Arbeiten (56%) und zu guter Letzt ca. 40% eigenständiges Handeln.

Den Hauptnutzen der Digitalisierung sehen die Firmen in der gesteigerten Effektivität durch Kollaboration, sowie Geschwindigkeit. Ökonomisch wie ökologisch nachhaltige Nutzen und ein modernes Auftreten stehen an zweiter Stelle. Interessanterweise steht die Attraktivität als Arbeitgeber auf dem letzten Platz der Befragung.

In einigen Firmen ist im Bereich Digitalisierung Einiges umgesetzt worden. Unter anderem werden Dokumenten Management Systeme, digitale Zeiterfassung, Chat und Instant Messaging eingesetzt (über 50%). Cloudlösungen, Home-Office Tage wie auch Enterprise Social Network oder bring-your-own-device gehören ebenfalls dazu. Entpersonalierte Arbeitsplätze spielen bei den Unternehmen keine Rolle.

Schwierigkeiten bei der Digitalisierung sehen die Firmen hauptsächlich bei Ihren Kunden bzw. bei den einhergehenden Übergabepunkten. Es folgen die üblichen innerbetrieblichen Schwierigkeiten bei der Belegschaft, gefolgt von der Schnittstelle zu Lieferanten, sowie das Finden von externen Lieferanten. Widersprüchlich ist hierbei die unterschiedliche Betrachtungsweise von Kunden (65% sehen dies als Schwierig) und Lieferanten (nur 35% sehen dies als Herausforderung).

Die Schwierigkeiten wurden wie auch schon bei der agilen Methodik durch Partizipation der Mitarbeiter und einer Neuausrichtung der internen Zusammenarbeit gemeistert. Auch die bewusste Wahl von Teammitgliedern, sowie das Integrieren von Bedenkenträgern führte zum Ziel. Interessanterweise wurden auch externe Informationen von mehr als ¼ der Unternehmen in Anspruch genommen.

Die befragten Organisationen sehen die Digitalisierung als wichtig an, mit den üblichen Ausreißern nach oben (sehr wichtig), owie nach unten (gering).

Schlussendlich wird die Relevanz der Digitalisierung als hoch bis sehr hoch eingeschätzt, nur wenige taxieren die Digitalisierung als gering oder mittel für die nächsten 5 Jahre ein.

Falls Sie an den detaillierten Ergebnissen der Studie interessiert sind schreiben Sie uns hier mit dem Hinweis zur Studie “Agilität und Digitalisierung”.

Foto: Rawpixel.com


Tomas Schiffbauer

Tomas Schiffbauer

Experte für digitale Innovationen.

Ich arbeite seit fast 20 Jahren als Berater. Aus der IT kommend, über die Projektleitung bis hin zum Coach für Führungskräfte. Durch meine weltweiten Projekte durfte ich viele verschiedene kulturelle Ansätze und Menschen kennenlernen, was für mich eine Bereicherung darstellt. Seit 2012 bin ich im Team von Liebich & Partner.


Meine Beratungsschwerpunkte:

  • Innovationslotse: Leitung und Begleitung für Innovation und Projekten; agil vom Markt zum Markt
  • Konzipieren und Begleiten von Teamentwicklungsprozessen hin zu agilen Organisation
  • Etablierung und Weiterentwicklung des Projektmanagements (klassisch, agil, hybrid)
  • Übersetzer: Von Mensch zu Mensch, vom Mensch zur Technik und zwischen Systemen
  • Coaching für Führungs- und Führungsnachwuchskräfte
  • Gestalten, leiten und begleiten von Veränderungsprozesseny
  • Wechseln von Perspektiven und übersetzen von Anforderungen zur IT-Strategie und Systemauswahl
  • Analysieren, optimieren, innovieren und implementieren von Systemen und Prozessen.

  • Persönlich geprägt hat mich neben meinen vielen Projekten in der ganzen Welt sicherlich meine Zeit als Judo-Trainer und aktiver Judoka. Ich bin davon überzeugt, dass wir gemeinsam Dinge verändern können. Im Kleinen, wie im ganz großen. Letztlich zum Wohle aller.


    Lassen Sie uns ins Gespräch kommen, wie ich ihr Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung einer Digitalisierungsstrategie unterstützen kann.


    Ihr Tomas Schiffbauer
    Liebich & Partner Management- & Personalberatung AG
    Telefon +49-7221-90780

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