Tomas Schiffbauer`s Buchempfehlung: „New Management“ von Marcus Sassenrath

Begeisternd an dem Buch finde ich, dass darin locker-flockig und mit Seitenhieben gespickt, dargestellt wird, welche Notwendigkeiten (es ist die Rede von Veränderungsraten und Veränderungslücken) in den klassischen und etablierten Industrien dafür sorgen, dass hier schnell ein Umhandeln (Umdenken reicht nicht aus) stattfinden muss. Dieses Umhandeln bezieht sich auf mehr Beteiligung, schnelle und auch mal risikobehaftete Entscheidungen von den Menschen im Unternehmen, die es wirklich wissen. Die, an der Basis, die im Team.

Jetzt sagt der ein oder andere: „Und, was ist daran jetzt Neu? Das hören und lesen wir die letzten 1,5 Jahre andauernd.“

Spannend am Buch „New Management“ ist, dass die Geschichte bei einem Automobilzulieferer handelt. Hier ist die Rede davon, dass die Kunden, also die Automobilhersteller, in die Prozesse aktiv eingebunden sind. Mit ihnen partnerschaftlich auf Augenhöhe gearbeitet wird und Open Innovation Workshops gemeinsam mit ehemaligen Konkurrenten und Kunden durchgeführt werden.

Dies alles ist real! Denn dieses Unternehmen hat es geschafft. Sie haben den Wandel hin zu einem agil agierenden Unternehmen vollzogen. Die digitale Transformation wurde hier gemeistert und damit ist weit mehr gemeint, als die Einführung und Vernetzung eines ERP-Systems. Der Autor beschreibt, dass es geht und, das ist neu: WIE es gelingt!

All das, in der Branche, von der es immer heißt, es sei unmöglich. Weil die ach so übermächtigen Konzerne es nicht mitmachen. Das hat mich überrascht und gleichzeitig begeistert.

Der Punkt in diesem Buch ist, hier werden verschiedenste Lösungsansätze für die Themen Veränderung, Digitalisierung und Beteiligung angeboten. Es gibt eine Fülle an dezidierten Methoden und Werkzeugen, mit deren Einsatz es jedem Unternehmen gelingen kann den Wandel zu schaffen.

Was es nicht gibt sind Best Practice. Denn, die werden in einer sich immer schneller verändernden Welt in der es ein hohes Maß an Individualität in den Konstellationen der Zusammenarbeit gibt, nicht funktionieren. Jedes Unternehmen muss seinen passenden Erfolgsweg selbst finden.

Deswegen gilt es, die Anregungen anzunehmen, auszuprobieren, an die eigenen Rahmenbedingen anzupassen. Das was wirkt weiter entwickeln, was in die Irre führt verwerfen und Neues versuchen.

An einer Stelle möchte ich dem Autor allerdings wiedersprechen: So schreibt er: „… Dafür (Anm.: gemeint ist die kontinuierliche Veränderung) verfügen die Unternehmen über erprobte Change-Instrumente.“

Dies wage ich zu bezweifeln und aus meiner Berufserfahrung kann ich sagen, die Instrumente sind bekannt und sie sind auch erprobt. Dass die Unternehmen über sie verfügen stelle ich stark in Frage und dass Unternehmen sie tatsächlich regelmäßig oder gar kontinuierlich anwenden, ist mit Sicherheit die Ausnahme.

Wenn Sie sich zu Change-Methoden austauschen wollen oder Fragen zur erfolgreichen Anwendung haben, dann schreiben Sie mir! Ich freue mich auf Ihre Erfahrungen und Fragen.

Tomas Schiffbauer

 

Mehr zum Thema New Management und Impact Week: http://www.innovationslotsen.de/2017/08/28/impact-week-2017-der-countdown-laeuft/

 

Foto: „Liebich & Partner“


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